Was kommt nach dem Geiz-ist-geil Trend ?
Die Zukunftsforscher am Zukumftsinstitut [9],[10] glauben es zu wissen und haben in Form einer Studie mögliche Scenarien und Trends aufgedeckt.
Kurzfristig d.h. bis ca. 2010 ist zwar noch keine Besserung zu erwarten, sondern es ist eher mit einer Verschärfung des derzeitigen Trends zu rechnen. Langfristig gesehen dürfen wir jedoch auf die Rückkehr zu traditionelleren Werten hoffen, was durchaus positive Auswirkungen haben wird.
"Beständigkeit statt Schnäppchen" und Bequemlichkeit statt "Geiz ist geil" sind angesagt und werden Kaufentscheidungen beeinflussen. Dies hat auch Auswirkung auf die Suchstrategie und das Suchverhalten im Internet.
"In Zeiten wachsender Mobilität und Flexibilisierung
bekommt der Faktor Bequemlichkeit
einen höheren Stellenwert. Schon
jetzt sind Fast Food, Essen zum Mitnehmen
(On-the-run-Produkte) fest im Angebot,
das Geschäftmit Tiefkühlpizzen wächst ungebremst.
Insbesondere dem Markt an Fertigmahlzeiten
aus dem Kühlregal gehöre die
Zukunft. Innerhalb der kommenden drei
Jahre werde der Anteil dieses so genannten
Chilled Food am Sortiment von heute drei
Prozent auf zehn Prozent anwachsen. Nicht
nur die Menge wächst. Auch die Ansprüche
der Kunden steigen: Statt Fast Food verlangen
sie Fast Good, also mehr Qualität und
Geschmack für die schnelle Mahlzeit. Hersteller
wie Frosta werben erfolgreich mit
dem Reinheitsgebot. Mit Suppenbars,
Sushi-Circles stelle sich der Außer-Haus-
Markt auf diesen Trend ein."[10]
Rückkehr des schon tot gesagten Mittelmasses
Aus der Hyper-Consuming Studie für die nächsten 25 Jahre von Steinle / Huber:
„In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird sich die Spaltung des Marktes in eine absolute Trash-Zone und eine absurde Hyper-Luxus-Welt zunächst weiter verschärfen. Diese weitere Radikalisierung endet schließlich in Randzonen der Gesellschaft und macht Platz für das ,vernünftige Mittelprodukt‘.
Bis 2030 wird die tote Mitte wiederbelebt, mit neuen Konzepten, die eine vernünftige Qualität mit Sozialverträglichkeit und einer konsequenten Kundenorientierung verbinden.“[9]
Weil das von Trendforschern
erwartet wird, schrieben
die Autoren auch „Konsumententrends
bis 2015“ fest.
Diese sollen vorhersagen, was
Märkte künftig leisten müssten.
Ein paar Beispiele:
Q Easy Access, Mobile Markets (leichte Zugänglichkeit,
Marktbeispiel: Handy integriert in Jacke);
Q Cool Convenience (Flexible Bequemlichkeit: vegetarisches
Fastfood);
Q Deep Support (Service für Zeitersparnis: Auslagerung des Haushalts an Profis);
Q Retro (Tradition als Gütesiegel: Wein, Kaffee);
Q Neo-Nature (Balkonien: Wildkräuter, verpackt);
"Junge, besser verdienende Städter entdecken
den Schrebergarten. Dahinter steckt
der Wunsch nach Entschleunigung und
nach Entspannung."[10]
Q Downshiftig (besser einfach: kleinere Sortimente) "Weniger ist mehr
Das Prinzip der Schlichtheit löst die Mentalität
„Mehr fürs Geld“ ab. Nachdem Überflussder zurückliegenden Jahrzehnte und der Überfülle, die die Geiz-ist-geil-Welle in
die Haushalte geschwemmt hat, erkennt das Zukunftsinstitut einen Trend zur Einfachheit.
Beispiele dafür seien Mobilfunkanbieter, die ihren Schwerpunkt nicht auf neue Designer-Handys legen, sondern auf einen überschaubaren Rund-um-die-Uhr-Tarif, oder Urlaub mit Kreuzfahrtgesellschaften, die auf Captain’s Dinner verzichten, dafür aber flexible Zu- und Aussteigemöglichkeiten anbieten und die Kabinen minimalistisch einrichten."[10]
Q Female Shift (weiblicher Konsum: Gefühlsprodukte)
"Auf dem Gebiet der Konumentscheidungen nehmen Frauen zunehmend das Zepter in die Hand. Schon heute sei für neun von zehn Frauen die finanzielle Unabhängigkeit das erklärte Lebensziel. Hersteller und Dienstleister müssen sich darauf einstellen, dass Atmosphäre, Service und Ästhetik beim Kauf maßgeblich mit entscheiden."[10]
Q New Family Values (Renaissance der Familie: Luxusmode
für Babys).
Autoren Thomas Huber und Andreas
Steinle in Matthias Horx’ Zukunftsinstitut
publizierten Studie „Hyper-Consuming“
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