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Wirtschaftskrise und staatliche Rettungspakete

700 Milliarden Dollar amerikanische Staatshilfe

633 Milliarden Euro britische Staatshilfe

500 Milliarden Euro deutsche Staatshilfe

360 Milliarden Euro französische Staatshilfe

200 Milliarden Euro niederländische Staatshilfe

Die Wirtschaftskrise als nächste Phase der Finanzkrise

Der Staat soll die Rolle ausfüllen, welche die Banken derzeit nicht wahrnehmen. Geht das überhaupt ?

Die Vereinigten Staaten "riskieren in den wirtschaftlichen Abgrund zu stürzen", sagt der diesjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman. Er sagt, dass wir am Rande einer Katastrophe" stehen. Krugman geht davon aus, dass der amerikanische Rettungsplan nicht in der Lage ist, den allgemeinen Markt mit Schäden im Umfang von 50 Billionen Dollar aufzuhalten. Goldman Sachs sagt, dass das amerikanische Finanzministerium in diesem Steuerjahr 2,5 Billionen Dollar leihen wird. Wie werden sie das Geld leihen, ohne dass sie damit den Preis der geliehen Finanzmittel in die Höhe treiben ?

Paul Krugman glaubt ebenfalls nicht an eine Rettung für die angeschlagene US- Autoindustrie. Mit dem in Washington geplanten Rettungspaket würden wahrscheinlich nur "zwei Monate Zeit gekauft". Die Probleme der führenden US-Autounternehmen sind strukturell bedingt und lassen sich nicht durch Finanzspritzen lösen.

"Wenn wir uns die letzten zwei,drei Jahr vor Augen halten, müssen wir feststellen, dass sieben Volkswirtschaften - die zusammengenommen noch immer für ein Viertel der Weltproduktion sorgen und eine Bevölkerung von rund 700 Millionen aufweisen - in eine Wirtschaftskrise geraten sind, die leider in vieler Hinsicht an die große Depression der dreißiger Jahre erinnert. Heute wie damals schlug die Krise wie ein Blitz aus heiterem Himmel zu; heute wie damals reden die meisten Kommentatoren unbeirrt von der Rückkehr des Booms, wiewohl der Abschwung an Dynamik gewinnt; heute wie damals erweisen sich die gängigen wirtschaftlichen Rezepte als unwirksam, vielleicht sogar als kontraproduktiv. Noch freilich hat keines der Krisenländer - mit Ausnahme Indonesiens - einen wirklich kritischen, das Etikett Depression rechtfertigenden Produktionseinbruch erlitten. Und wiewohl die Ausläufer der Krise manche Volkswirtschaft - von Südafrika bis Argentinien - ziemlich in die Bredoullie zu bringen drohten, ist die Weltwirtschaft insgesamt nach wie vor auf Wachstumskurs." [Leseprobe Paul Krugmann: Die neue Weltwirtschaftskrise Originaltitel: The Return of Depression Economics and the Crisis of 2008. ]

"Die gegenwärtige Finanzkrise ist im Grunde eine Neuausgabe der Welle von Bankfluchten, die vor drei Generationen über das Land fegte. Die Leute sind nicht dabei, das Bare von der Bank zu holen, um es unter ihre Matratzen zu stopfen – allerdings verrichten sie die moderne Entsprechung, insofern sie es aus dem Schatten-Bank-System abziehen und in Schatzwechseln des Staates [Treasury Bills; ein kurzfristiges Geldmarktpapier mit einer kurzen Laufzeit von durchschnittlich 90 Tagen; Anm. d. Übers.] anlegen. Das Resultat, damals wie heute, ist ein Teufelskreis der Finanzknappheit [financial contraction; mit der möglichen Folge einer Deflation; Anm.d. Übers.]. " [http://www.nachdenkseiten.de/?p=3095: Quelle New York Times vom 21.3.08]

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