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Der Pastor Friedrich Oberlin "Erfinder des Kindergartens"

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Gut essen

Preiswerte elsässische Küche
Junge Küchenchefs mit Erfolg

Die Küche mit persönlicher Note und erfinderischem Einfallsreichtum von Jean Michel Elblin im „Maximilien“ Das Restaurant befindet sich in einer Villa mit typisch elsässischem Charakter, in einer hügeligen Umgebung. Vom eleganten Speisesaal aus blickt man auf die Weinberge und auf das Dörfchen Zellenberg und Riquewhir. Der Michelin-Führer wurde bereits auf dieses Restaurant aufmerksam und zeichnete es mit einem Stern aus. Zu verdanken ist dies den erfinderischen Kochideen des jungen Küchenchefs. Das Restaurant „Maximilien“ ist heute in der elsässischen Gastronomie nicht mehr wegzudenken.

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Die Absichten von einst sind auch Ansichten von heute

Johann Friedrich Oberlin,

1740 – 1826

Der Pastor Oberlin, er hatte in seiner Zeit verblüfft, und er tut's noch immer. Nicht etwa, dass er sich für Botanik, Pädagogik und Philosophie interessierte, sich für Astronomie, Physiognomie und Landwirtschaft begeisterte, oder sich gar das verbotene Buch "Figaros Hochzeit" von Beaumarchais besorgte, um durch eigene Lektüre zu wissen, was da nicht zu lesen erlaubt sei, auch wie er all dies unter einen Hut brachte, macht erstaunt. Und wer reibt sich da nicht verwundert die Augen, wenn er den Fundus dessen sieht, was Oberlin alles zusammengetragen hat, ein Sammelsurium von Steinen, Knochen, Schädeln, Muscheln, Eiern, Tierchen, Holz, Fasern, Samen und Haaren und so weiter und nicht zu vergessen das Herborium mit vierundvierzig Bündeln à achtzig Blatt getrockneter Pflanzen - das älteste in Elsass. Und wer weiß wie viele Kladden, Hefte und fliegende Zettel mit Notizen zu allem und jedem: Jules ein Apfeldieb, Charlotte ein Schmutzfink, Erdbeben in Lissabon, Kirschblüte, Geburt eines Sohnes, Sturm der Bastille ... Oberlin war alles wichtig und nichts war nichtig. Oberlin war alles wichtig und nichts war nichtig. Keine Frage, der Herr Pastor war dem Spirituellen verbunden, aber, er war auch der Vernunft des "Zeitalters der Aufklärung" zugetan: Beobachten, experimentieren, analysieren und interpretieren.
Große und kleine Augen und Finger dürfen auf Entdeckungsreise gehen. So auch im Museum. Die drei Etagen des alten Pfarrhauses sind ganz Oberlin, voll des Suchens und Findens - nur wenig zeigt sich spontan. Da gilt es Klappen beiseite schieben, Schubladen herausziehen und Schränke öffnen, Silhouetten zeichnen, von der einen oder anderen Seite gucken, die Hand hineinstrecken, an irgend etwas herummachen, bevor sich das Wesen der Dinge offenbart. Hier kommt keine akademische Langeweile auf. Und wer auf dem Parcours zu Person, Leben und Wirken von Johann Friedrich Oberlin durch die vom hellen Holz lichten Räume schlendert, begegnet nie und nimmer musealem Muff.
Und so, wie Johann Friedrich Oberlin als Jean-Frédéric Oberlin fließend deutsch und französisch sprach und schrieb, ist auch heute alles im Haus zweisprachig. Oberlin war und ist beispielhaft grenzenlos und überraschend zeitlos.
Absichten von einst sind auch Ansichten von heute
Ob Oberlin überhaupt noch so in die Welt von heute passt, darüber kann in Symposien und ähnlich intellektuell begabten Kreisen viel und lang und breit diskutiert werden, die Wirklichkeit hat sie aber scheint's schon eingeholt. Kinder sind es, die hier das Fazit ziehen. In den drei Monaten vor den letzten Sommerferien kamen 3.500 nach Waldersbach und haben sich ganz in der Art des Oberlin im "spielend lernen" vergnügt. Im Museum, im "Haus der Kinder" und draußen im Garten, ein Stück der Welt in Händen halten oder ihr wie sie sich dreht und lebt gegenüber sein - es kommt mächtig an.

"Im nächsten Jahr wird's eng, wir haben schon jede Menge Anfragen", erklärt Pastor Pascal Hetzel. Weil man mit Oberlin eben nicht abstrakt und virtuell bliebe, weil es hier die Kinderhände seien, die Natur, Mensch und Welt "ergreifen" könnten und dann "begreifen" würden, darum kämen Erzieher und Pädagogen auch ohne viele Symposien mit den Kleinen hierher. Und die Zweisprachigkeit, klar, die spiele ebenso mit, betont Pastor Hetzel. Dort, wo sich einst Rousseau und Basedow, Büchner und Lenz die Klinke in die Hand gaben, hätten zwei Jahrhunderte danach deutsch-französische Kindergärten und Schulen ein Stelldichein und gäben so den "europäischen" Ambition von Oberlin ein Recht auf Praxis. Die Absichten von einst sind auch Ansichten von heute - Johann Friedrich Oberlin über Waldersbach hinaus geschaut und über das 18. Jahrhundert weit hinaus gedacht.
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