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TIPP: |
Kultur und Technik zum Anfassen und BegreifenMulhouse, zu deutsch Mülhausen (die Stadt an der Mühle), verfügt über neun einzigartige Museen. Einige von ihnen genießen weltweiten Ruf und zeugen vor allem von der industriellen Geschichte der Stadt im Süd-Elsaß. Das TextildruckmuseumSeit dem 18. Jahrhundert ist Mülhausen ein industrielles Zentrum. Besonders die Textilindustrie hat sich hier explosionsartig entwickelt. 1787 gab es hier 26 Baumwollfabriken, darunter 19 Textildruckunternehmen. Heute kommen Stoff- und Modedesigner aus der ganzen Welt ins Textildruckmuseum der Stadt, um in seinen Archiven nach Anregungen für neue Stoffmuster zu suchen. Das Eisenbahn- und ElektrizitätsmuseumDie industrielle Revolution im 19. Jahrhundert wirkte sich in Mülhausen besonders aus. Neue Industrien - besonders die Chemie und der Maschinenbau - entstanden und entwickelten sich. In der Stadt im Süd-Elsaß wurde die erste Eisenbahnlokomotive Frankreichs gebaut. Die Bahnlinie Mülhausen-Tann bildete die erste Schienenverbindung im Elsaß. Kein Wunder also, daß es ausgerechnet in dieser Stadt ein Eisenbahnmuseum mit einer weltweit einzigartigen Sammlung von Dampflokomotiven und Luxuswagons gibt. Über hundert Dampf-, Elektro- und Diesellokomotiven, Prestigewagen und Eisenbahnwaggons werden in der großen Museumshalle ausgestellt. Gleich daneben ist ein weiteres Museum der Elektrizität gewidmet. Das Kernstück dieser Ausstellung bildet eine riesig, raumfüllende Dampfmaschine für die Stromerzeugung aus dem vorigen Jahrhundert. Das Automobilmuseum464 Raritäten 98 verschiedener Automarken enthält das Automobilmuseum der Stadt. Die Sammlung der Brüder Schlumpf gehört zu den wertvollsten und umfassendsten der Welt. Ihr Glanzstück ist der persönliche "Royale" von Ettore Bugatti, das kostbarste Fahrzeug der Welt. Im "Musée National de l´Automobile" parken auch Wagen von Charlie Chaplin, Präsident Poincaré, Kaiser Bao Dai,... 14 MuseenEine wertvolle Sammlung von Gemälden und Skulpturen vom 15. bis zum 20. Jahrhundert präsentiert das Musée des Beaux Arts der Stadt. Zu nennen wären noch das historische Museum im alten Rathaus, das Tapetenmuseum, das Feuerwehr-Museum und das Keramikmuseum, sowie das Ecomusée im benachbarten Ungersheim. Die Museen zählen jährlich über 800 000 Besucher. Ein lebendiges Zentrum elsässischer KulturKnarrend zieht ein Ochsengespann am Eindachhof vorbei, in der Ferne tönt eine Glocke. Ein Storch auf dem Giebel des Bauernhauses überschaut bedächtig die Idylle. Der Wind trägt einen würzigen Duft aus dem Kräutergarten in Richtung Waschhaus. Dort erzählt eine Waschfrau den neuen Dorfklatsch, während sie ihre Leintücher auf dem Waschbrett schrubbt. Hühner, Gänse, Schafe und Ziegen tummeln sich nebenan vor dem Sternenberg-Haus aus dem 18. Jahrhundert. Beim Weitergehen begegnet man einem Hirten, der Schwarzfleckschweine zur Futterstelle am anderen Ende des Dorfes bringt. Seit seiner Eröffnung ist das historische Museum zwischen Bollwiller und Pulversheim zu einem kompletten Dorf mit 70 Fachwerkhäusern, einer Kapelle, einem Friedhof, verschiedenen Handwerksbetrieben, Feldern, Gaststuben, einem überdachten Karussell, Gärten und Feldern und vielem mehr angewachsen. Das elsässische Freilichtmuseum hat es sich zu Aufgabe gemacht, nicht nur alte Traditionen und Techniken zu konservieren, sondern auch die historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Region nachzuvollziehen und aufzuzeigen. Was damit gemeint ist, wird in der Dorfschule deutlich. Dort mimt ein Schauspieler einen Schulmeister zwischen 1870 und 1945, der sich wie alle Elsässer immer wieder an ein verändertes politisches Umfeld anpassen muß. In der halbstündigen Aufführung kann man gut nachfühlen, was es für die Elsässer bedeutet haben muß, immer wieder Nationalität und Sprache zu wechseln. Einmal hetzt der Künstler als "instituteur" des alten Frankreichs gegen die "boches", die Deutschen, um kurz danach als Hauptschullehrer Knatschke über die "welschen" Franzosen herzuziehen. | |||||||||||||
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